Liebe Leserin, lieber Leser!"Ich habe das Merkwürdigste gesehen, was die Welt dem staunenden Geiste zeigen kann, ich habe es gesehen und staune noch immer – noch immer starrt in meinem Gedächtnisse dieser steinerne Wald von Häusern und dazwischen der drängende Strom lebendiger Menschengesichter mit all ihren bunten Leidenschaften, mit all ihrer grauenhaften Hast der Liebe, des Hungers und des Hasses – ich spreche von London." Es war kein guter Eindruck, den die Stadt Ende der 1820er Jahre auf Heinrich Heine machte. Aus kultureller Sicht hatte sich der junge Reiseschriftsteller aber auch die unpassendste Zeit für seinen Besuch ausgesucht. Wäre er doch 60 Jahre früher gekommen! Dann hätte er die Entwicklung des modernen Konzertwesens miterleben können. 100 Jahre früher die große Zeit der italienischen Oper. Und 250 Jahre früher die Glanzzeit der englischen Musik. Oder er hätte noch etwas warten sollen. Um zu erleben, wie London im 20. Jahrhundert zur Welthauptstadt der Musik avancierte. All diese Hot spots der Londoner Musikgeschichte haben wir besucht – auf der PARTITUREN-CD können Sie unseren Streifzug im Klang nachvollziehen. Außerdem brechen wir eine Lanze für spannendere Konzertprogramme, gratulieren dem ältesten Streichquartett der Welt und porträtieren die wahre Königin der Instrumente. Im „Musikerleben“ besuchen wir diesmal den Berliner LeaderChor und erkunden die Musiklandschaft am Bodensee. Der Pianist Severin von Eckardstein beantwortet eine Leserfrage zu Noteneditionen, und die Blockfl ötistin Dorothee Oberlinger weiht uns in die Geheimnisse des Händel-Spiels ein. Nun wünschen wir Ihnen viel Vergnügen mit Ihrem neuen PARTITUREN.
Ihre PARTITUREN-Redaktion